Abschied von Dekanatskirchenmusiker Georg Gusia

Abschied von Dekanatskirchenmusiker Georg Gusia

Wer an St. Jodokus in Bielefeld denkt, der denkt an einen wunderschönen Kirchenraum mit bunten Fenstern und einer wohltuenden Atmosphäre. Untrennbar gehört zu St. Jodokus aber auch die Musik. Chor- und Orgelkonzerte, besondere Konzertmessen an Weihnachten und Ostern, Kantatengottesdienste, Choralämter und viele Menschen, die in den Musikgruppen mit Freude tätig sind.

Wer St. Jodokus in Bielefeld kennt, der kennt selbstverständlich auch Georg Gusia, den Kirchenmusiker, der fast immer in der Kirche anzutreffen ist. Er erfüllt den Kirchenraum mit Musik. Als nach dem plötzlichen Unfalltod seines Vorgängers 1988 ein neuer Kirchenmusiker gefunden werden musste, hat sich ein junger Organist aus Iserlohn beworben. Mit seinem Können und seinem Hang zur Perfektion konnte er den damaligen Kirchenvorstand und Pfarrer Lehrmann überzeugen. Am 1. Januar 1989 hat Georg Gusia als Dekanatskirchenmusiker die Stelle in St. Jodokus angetreten. Gleich zu Beginn des Jahres 1989 hat er die Choralschola und den Kammerchor ins Leben gerufen. Später kam der Vokalkreis des Kammerchores hinzu. Damit verfügt St. Jodokus mit dem bereits bestehenden Kirchenchor über vier Chorgruppen, die auf unterschiedliche Weise mit ihrer Musik zum besonderen Charakter von St. Jodokus beitragen. Georg Gusia ist es gelungen, auch anspruchsvollste Chorwerke wie z.B. die Matthäus Passion von Johann Sebastian Bach, Monteverdis Oper „L’Orfeo“ und, wie in diesem Jahr noch einmal, die h-Moll Messe von Johann Sebastian Bach zur Aufführung zu bringen. Die Noten für jede Aufführung hat Georg Gusia selbstverständlich selbst redigiert, korrigiert und herausgegeben. Dazu waren nicht selten viele Nachtschichten erforderlich.

Neben der Chorarbeit, die für Georg Gusia eine Leidenschaft ist, ist die Orgel natürlich „sein“ Instrument. Selbst vor der Interpretation schwierigster Orgelwerke schreckt er nicht zurück. Es ist ihm ein Anliegen, authentisch und in Perfektion, in hoher Treue zum Werk, die Stücke zu Gehör zu bringen. Vor Konzerten und Festtagen war Georg Gusia fast Tag und Nacht an der Orgel anzutreffen.

Nach 37 Jahren unermüdlichen Wirkens für die Kirchenmusik geht Georg Gusia nun in den wohlverdienten Ruhestand. Jeder, der ihn kennt, wird ahnen, wie schwer ihm das fallen wird. Auch wenn er viele Interessen und Hobbys wie etwa das Segeln, die Imkerei, das Konstruieren mit Holz, viele technische Fertigkeiten und inzwischen auch das Brotbacken hat, so ist die Musik und der Kontakt mit Menschen in den Chorgemeinschaften für ihn wesentlich. Wir danken Georg Gusia für 37 Jahre treuen, zuverlässigen und hochkompetenten Dienst für die Kirchenmusik in St. Jodokus und im Dekanat Bielefeld und Bielefeld-Lippe. Als Pfarrer danke ich Georg Gusia für seinen Fleiß, seine Zuverlässigkeit und seine Loyalität, die er im tiefsten Inneren seines Herzens immer hatte. Für die Menschen, die ihm durch die Musik verbunden sind, hat er alles getan und sich um sie gesorgt.

Eine wesentliche Eigenschaft von Georg Gusia ist es, kein großes Aufsehen um seine Person zu machen. Daher möchte er keine spezielle Verabschiedung. Es wird aber am 30. Januar 2026 um 20:00 Uhr bis 23.59 Uhr ein besonderes Konzert in der Jodokuskirche geben. Zusammen mit Menschen, die ihm in der Musik verbunden sind, wird musiziert. Alle sind herzlich dazu eingeladen. Und gewiss gibt es am Rande die Möglichkeit, ihm Worte des Abschieds zu sagen.

Herzlichen Dank Georg Gusia für eine lange Zeit mit herausragender Kirchenmusik an St. Jodokus! „Soli Dei Gloria“ – „Dem alleinigen Gott zur Ehre“ – so hat es Johann Sebastian Bach gesagt, so hat es Georg Gusia gehalten.

Norbert Nacke, Pfarrer


Teile diesen Beitrag!
MusikAbschied von Dekanatskirchenmusiker Georg Gusia