Liebe ehrenamtlich Engagierte,
liebe Mitglieder der Pastoralteams,
liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Pastoralen Räumen,
im Bistumsprozess „Glauben. Gemeinsam. Gestalten.“ sind nach einer gut einjährigen Phase der Information, Beratung, Beteiligung und Abwägung zentrale Konkretisierungen beschlossen worden. Damit ist etwas Wichtiges erreicht: Die künftigen 21 Seelsorgeräume stehen fest, und die nächsten Schritte zu ihrer Realisierung sind beschrieben.
Zunächst möchten wir Ihnen einen Dank aussprechen:
für Ihre Geduld, Ihre Zeit, Ihre Rückmeldungen, Voten, Beratungen und Gespräche in den Pastoralen Räumen, Gremien, Teams, Einrichtungen und bei den zwölf Regionalkonferenzen im vergangenen Jahr mit etwa 1.500 Teilnehmenden. Vieles von dem, was eingebracht wurde, war ehrlich, zukunftsgewandt und von großer Verantwortung für die Kirche vor Ort und das Glaubensleben im Erzbistum Paderborn geprägt. Diese Resonanz war für die weiteren Überlegungen unverzichtbar.
Der Diözesanpastoralrat und die Erzbischöfliche Leitungskonferenz haben die nun getroffenen Entscheidungen auf dieser Basis nach reiflicher Abwägung und Diskussion im April 2026 gefasst. Das gilt für die Zahl und den Zuschnitt der Seelsorgeräume, für die Festlegung, dass ein Seelsorgeraum perspektivisch in der Regel aus einer Pfarrei bestehen soll, sowie für Fragen der Ausgestaltung und Besetzung der künftigen kooperativen Leitung eines Seelsorgeraumes. So wird der Seelsorgeraum künftig kooperativ geleitet von einem Trio aus Pfarrer, Pastoraler Koordination und Verwaltungsleitung und in enger Zusammenarbeit mit dem Rat der Pfarrei und dem Kirchenvorstand.
Die Rückmeldungen aus den Pastoralen Räumen und die Beratungen in den diözesanen Gremien wurden sorgfältig wahrgenommen und einbezogen. Uns ist bewusst, dass nicht jede Rückmeldung eins zu eins aufgenommen werden konnte und dass manche Entscheidung bei Ihnen neue Fragen, Enttäuschung oder auch Unsicherheit auslösen kann. Zugleich sind auch Freude, Aufbruchstimmung und Dynamik spürbar.
Wir wissen: Der Weg in die Seelsorgeräume fordert heraus. Er berührt vertraute Formen kirchlichen Lebens, gewachsene Verantwortlichkeiten, persönliche Lebensplanungen und Glaubensbiografien sowie hauptberufliche und ehrenamtliche Perspektiven. Nicht alle Fragen sind heute abschließend beantwortet – etwa zu rechtlichen Rahmenbedingungen, künftigen Substrukturen, Gremienarbeit, Leitungsaufgaben, Stellen, verlässlichen Orten, Pastoralen Zentren oder zur konkreten inhaltlichen Ausgestaltung der Seelsorgeräume. An diesen Punkten wird intensiv weitergearbeitet und daran wollen wir auch mit Ihnen weiterarbeiten. Wichtig ist uns dabei:
Die nun getroffenen Entscheidungen sind kein Schlusspunkt, sondern der Beginn einer neuen Phase der Klärung und Weiterentwicklung in der gemeinsamen Transformation der Kirche von Paderborn. Die Seelsorgeräume werden künftig den Rahmen bilden, in dem Pastoral, Personal, Leitung und Verantwortung neu geordnet werden. Zugleich bleibt vieles vor Ort zu gestalten: das kirchliche Leben in Gemeinden, an Kirchorten und in Einrichtungen, die Zusammenarbeit von Haupt- und Ehrenamtlichen und die Frage, wie die Kirche auch künftig möglichst nah bei möglichst vielen Menschen sein kann.
Unsere Bitte an Sie alle:
Wir bitten Sie, im Bewusstsein vieler offener Fragen, diesen Weg weiterhin mitzugehen und mitzugestalten. Wir brauchen Ihre Erfahrung, Ihre Einschätzungen und auch Ihre kritischen Rückmeldungen. Bitte bringen Sie sich in den künftigen Seelsorgeräumen ein und machen dort mit. Ihr Engagement ist wichtig und unabdingbar, damit die Seelsorge weiterhin erlebbar und der Einsatz für eine menschenfreundliche Gesellschaft fruchtbar wird. Besonders bitten wir Sie um Unterstützung in der Kommunikation vor Ort. In einer Phase, in der Entscheidungen getroffen sind, aber noch nicht jede Umsetzung im Detail feststeht, ist eine klare, verlässliche und konstruktive Kommunikation entscheidend. Sie hilft, Sicherheit zu geben, Missverständnisse zu vermeiden und Interpretationsspielräume möglichst klein zu halten. Bitte nutzen Sie die bereitgestellten Informationen und Materialien auf www.bistumsprozess.de, verweisen Sie auf die offiziellen Kommunikationswege und helfen Sie mit, Fragen zu bündeln und weiterzugeben. Besprechen und diskutieren Sie die Inhalte gerne in ihren Kreisen. Besonders weisen wir daher noch einmal auf die digitale „Aktuelle Stunde der Generalvikare“ hin, die am Donnerstag, 21. Mai, abends um 19.30 Uhr live übertragen wird und einen Raum für Information und Rückmeldungen schafft.
Unser gemeinsames Ziel bleibt, dass sich die Seelsorge im Erzbistum Paderborn auch unter veränderten Bedingungen stärker evangelisierend und verlässlich in guter Qualität zeigt und sich als biografisch relevant erweist. Der Wandel in Pastoral und Verwaltung soll helfen, Ressourcen neu zu ordnen, Verantwortung zu teilen, Engagement zu stärken und Räume zu schaffen, in denen Menschen heute mit dem Evangelium in Berührung kommen und sich vom Evangelium berühren lassen.
Wir danken Ihnen für alles, was Sie bereits eingebracht haben und für alles, was Sie in den kommenden Monaten und Jahren weiter beitragen werden. Bitte begleiten Sie diesen Weg mit Aufmerksamkeit, mit Ihrer Erfahrung, mit Ihrem Gebet und mit dem Vertrauen darauf, dass Gott seine Kirche auch in Zeiten des Wandels und Übergangs in eine gute Zukunft führt.
Mit herzlichem Dank und freundlichen Grüßen
Dr. Michael Bredeck
Generalvikar
Thomas Dornseifer
Generalvika
