Herzliche Einladung zu einem Orgelkonzert mit Lea Marie Lenart am Sonntag, 8. März 2026 um 17 Uhr in der Liebfrauenkirche (Fritz-Reuter-Straße).
In diesem Jahr ist der Tag 8. Märzgleichzeitig Weltfrauentag und kirchenjahreszeitlich Passionszeit. Diese beginnt mit Aschermittwoch und gilt als Zeit der Buße und der Besinnung auf die Erlösung von Sünde und Tod. Das Orgelkonzert versucht beide Themenbereiche miteinander zu verbinden: Musik, die zur Passionszeit passt sowie selten zu hörende Orgelwerke von Komponistinnen!
Fanny Hensel, die Schwester Felix Mendelssohn-Bartholdys, ist eine von ihnen. Da Felix das versprochene Stück zu ihrer Hochzeit am 3. Oktober 1829 wegen eines Unfalls nicht fertig stellen konnte, brachte die begabte Komponistin eben selbst ihren Hochzeits-Einzug zu Papier.
Felix Mendelssohns 3. Orgelsonate ist Teil einer Sammlung von sechs Sonaten, die weitreichenden Einfluss auf die Orgelwelt hatten und beispielsweise dem großen Orgelsymphoniker Felix-Alexandre Guilmant Vorlage und Inspiration für seine acht Orgelsonaten boten. Mendelssohn verarbeitet hier den bekannten Passionschoral „Aus tiefer Not ruf ich zu dir“.
Alexandre Guilmant, Nachfolger Charles-Marie Widors am Pariser Conservatoire im Fach Orgel, war Honorarorganist an Notre-Dame Paris. Guilmants acht Sonaten gelten als Höhepunkt der französisch romantischen Orgelliteratur. Sie sind symphonisch konzipiert: so steht im Untertitel der Ersten Sonate d-moll von 1874 noch „Symphonie“.
Die Fantasie-Suite „Die Versuchung des Hl. Antonius“ von Ruth Schonthal basiert auf dem Gemälde von Hieronymus Bosch. Der 6. Satz trägt den Titel „Visione Sanctissima“ (Allerheiligste Erscheinung) und lässt Minimal-Music erklingen.
Elfrida Andrée war in Schwedens Musikgeschichte als Frau eine „Premiere“: die erste Titular-Organistin der Göteborger Kathedrale, die erste Komponistin großer Werke und die erste Dirigentin großer Symphonieorchester. Sie komponierte über 100 große Werke, darunter zwei Orgelsymphonien. 1882 gab sie Konzerte in London und besuchte auch Paris, wo sie Guilmant lauschte. Danach nahm sie Werke von Guilmant, Widor, Saint-Saëns und Rheinberger in ihr Repertoire auf. 1891 wurde ihre erste Orgelsymphonie in London veröffentlicht.
Die ungarische Komponistin Erzsébet Szönyi studierte in Budapest, später bei Olivier Messiaen in Paris. Das Stück „Tänzerische Weise“ entstammt der Sammlung Sechs Stücke für Orgel von 1955 und basiert auf ungarischer Volksmusik.
Jeanne Demessieux war Titularorganistin der Cavaillé-Coll-Orgel an La Madeleine Paris und Schülerin von Marcel Dupré. Sie veröffentlichte einige Orgelwerke, darunter 12 Choralvorspiele über gregorianische Themen. Den kurzen Variationen „O filii et filiae“ liegt der gregorianische Hymnus zugrunde, der zu Ostern und in der Osterwoche gesungen wird.
Mit dem furios-effektvollen Konzertstück „Final“ von Marcel Dupré, in das das bekannte B-A-C-H-Motiv miteinfließt, schließt das Konzert ab.
Konzertbeginn ist um 17 Uhr. Der Eintritt ist frei, um eine Ausgangskollekte wird gebeten.
Herzliche Einladung zu diesem besonderen Orgelkonzert!
Foto: Lea Marie Lenart
