Gottesdienst zuhause

Hilfen zur Feier der Sonntage der Osterzeit

Auch wenn es Ihnen nicht möglich ist, zur Kirche zu kommen und einen Gottesdienst zu besuchen, können Sie dennoch zuhause einen eigenen Gottesdienst alleine, in der Familie oder mit Freunden feiern. Auf dieser Seite finden Sie zu den Sonntagen anregungen und Texte.

3. Ostersonntag

 

Finden Sie sich ein, an einem Tisch, gedeckt mit einer Kerze, Brot und Wein (Traubensaft).
Bilden Sie eine Mahlgemeinschaft. Entzünden Sie die Kerze und beginnen Sie den Gottesdienst „Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“.
Lesen Sie das Evangelium von diesem 3. Ostersonntag laut für sich, mit verteilten Rollen oder abschnittsweise mit wechselnden Stimmen.
Lesen Sie den Text noch einmal in Stille.
Was fällt Ihnen auf?
Bei welchen Sätzen oder Worten bleiben Sie hängen?
Welche Sätze oder Worte sind schön? Welche störend?
Welche Gedanken werden ausgelöst?
Kommen Sie in den Austausch.

Impuls:
Noch einmal, schon wieder, jetzt erst recht, vielleicht zum letzten Mal: begreif es endlich, nimm mich an, vertraue mir.
Als es Morgen wurde, die Nacht ist durchschritten, der neue Tag: das Leben erblüht, alles ist möglich, ich erkenne.
Keiner fragte, wer er ist, und warum: glauben und zweifeln, vertraut und doch verborgen, einfach da.

Fürbitten – Bitten Sie für andere Menschen. Sprechen Sie die Namen dieser Menschen aus, vertrauen Sie sie Gott an, nehmen Sie sie gedanklich mit an den Tisch.

Vater unser im Himmel…

Die Jünger ließen sich von dem Auferstandenen einladen und bedienen. Teilen Sie miteinander Brot und Wein.
Der Friede sei mit euch.

Gebet

Mein Herr und mein Gott, öffne mir die Augen,
mach weit meinen Blick und mein Interesse,
damit sehen kann, was ich noch nicht erkenne.

Mein Herr und mein Gott, öffne mir die Ohren,
mach mich hellhörig und aufmerksam,
damit ich hören kann, was ich noch nicht verstehe.

Mein Herr und mein Gott,
schenke mir ein vertrauensvolles Herz,
was sich deinem Wort und deiner Treue überlässt
und zu tun wagt, was es noch nicht getan hat.

Mein Herr und mein Gott,
ich weiß, dass ich nur leben kann,
wenn ich mich von dir rufen und verändern lasse.
Amen.

Willi Lambert

Segen

Gott hat uns durch die Auferstehung seines Sohnes aus Sünde und Tod befreit:
er segne uns und schenke uns seine Freude.
Christus, mit dem wir auferstanden sind durch den Glauben, bewahre in uns die Gabe der Erlösung.
Gott hat uns in der Taufe angenommen als Töchter und Söhne seiner Gnade:
er schenke uns das verheißene Erbe.
So segne uns der dreieinige Gott: der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen.

nach dem Messbuch

4. Ostersonntag

 

Zwei Schafe zupfen Gras, unbekümmert um das, was links und rechts neben ihnen passiert. Ein Augenblick des Friedens und der Zufriedenheit. Keiner, der sie antreibt. Keiner, der ihnen gerade sagt, wo es lang geht. Sie zupfen das Gras nur 50 Meter neben dem Ort, wo mich ein Benediktinerpater fragte, wo ich mich im heutigen Evangelium Johannes 10,1-10 wiederfinde.

Da ich mich nach meiner Verantwortung gefragt fühlte, traf ich meine Wahl zwischen dem Guten Hirten, der Tür und dem Türhüter. „Und ganz einfach mal Schaf sein?“ fragte mich der Pater im Kloster Gerleve. „Mhh …“, mehr fiel mir im ersten Augenblick nicht ein. Durfte ich mir das einfach mal erlauben, mich der Führung eines anderen anzuvertrauen, mich auf eine andere Person zu verlassen? In diesem Vertrauen Mäh und Amen sagen? Eine der schwierigen Übungen.

Aber vielleicht bietet dieser Sonntag die Gelegenheit, die Führung für eine gewisse Zeit abzugeben, ob eine Stunde an den jüngsten Sprössling der Familie oder an eine Person, die mir etwas zu sagen hat, aber nicht dazu kam, weil sie bei mir oder bei Ihnen kein Gehör fand.

Gottesdienstidee

Lesen Sie nochmal das Evangelium vom heutigen Sonntag.
Lassen Sie die Worte in Stille bei sich ankommen.
Beten Sie dann für sich den Psalm 23, wenn Sie nicht allein sind, im Wechsel
Nehmen Sie alle Menschen dann mit dem Vater unser ins Gebet.
Sie können dann mit dem Tagesgebet von diesem 4. Ostersonntag abschließen.

Gebet

Allmächtiger, ewiger Gott,
dein Sohn ist der Kirche siegreich vorausgegangen als der Gute Hirt.
Geleite auch die Herde, für die er sein Leben dahingab, aus aller Not zur ewigen Freude.
Darum bitten wir durch Christus, unsern Herrn.
Amen

aus dem Messbuch

5. Ostersonntag

 

Jesus spricht: „Ich bin der Weg die Wahrheit und das Leben.“ (Johannesevangelium 14,1-12)

Lasst auch uns auf die abenteuerliche Reise des Herzens zu Gott gehen! Lasst uns aufbrechen und vergessen, was hinter uns liegt!

Es ist noch alles Zukunft – weil wir Gott noch finden, noch mehr finden können. Der Weg geht durch Wüsten und Finsternisse. Aber verzage nicht: der Stern ist da und leuchtet. Du sagst, er stehe zu klein und zu fern am Firmament deines Herzens? Aber er ist da! Er ist nur klein, weil du noch weit zu laufen hast! Er ist nur fern, weil deiner Großmut eine unendliche Reise zugetraut wird! Brich auf, mein Herz, und wandre!

Es leuchtet der Stern. Viel kannst du nicht mitnehmen auf den Weg.

Und viel geht dir unterwegs verloren. Lass es fahren! Gold der Liebe, Weihrauch der Sehnsucht, Myrrhe der Schmerzen hast du ja bei dir. Er wird sie annehmen. Denn du wirst ihn finden!

Karl Rahner

Lyrik

Berufung

Lass
das Netz liegen
mein Blick gibt dir Halt auf dem Hochseil

Geh auf meinen Worten
leise wie auf Zehenspitzen
über das Wasser

Bleib doch
Ich will in deiner Mitte wohnen in meinem Augenlicht
über den Abend hinaus

Tausch
den Acker gegen den Weg mit mir
in meiner Freiheit zu leben
folge mir nach

Andreas Knapp

Gebet

Jesus,
mein Weg bewegt Dich.
Dein Weg bewegt mich.
Jesus, was bewegen wir zusammen
Du und ich?
Ich bin gespannt.

Peter Falk

6. Ostersonntag

 

Jesus spricht: „An jenem Tag werdet ihr erkennen: Ich bin in meinem Vater, ihr seid in mir, und ich bin in euch.“ (Joh 14, 15-21)

Meditation

Gott spricht:
O Seele, suche dich in Mir,
und, Seele, suche Mich in dir.

Die Liebe hat in Meinem Wesen
dich abgebildet treu und klar;
kein Maler lässt so wunderbar,
o Seele, deine Züge lesen.

Hat doch die Liebe dich erkoren
als Meines Herzens schönste Zier;
bist du verirrt, bist du verloren,
o Seele, suche dich in Mir.

In Meines Herzens Tiefe
trag ich dein Porträt, so echt gemalt;
sähst du, wie es vor Leben strahlt,
verstummte jede bange Frage.
Und wenn dein Sehnen Mich nicht findet,
dann such nicht dort und such nicht hier;
gedenk, was dich im Tiefsten bindet,
und, Seele, suche Mich in dir.

Du bist Mein Haus und Meine Bleibe,
bist Meine Heimat für und für;
Ich klopfe stets an deine Tür,
dass dich kein Trachten von Mir treibe.

Und meinst du, Ich sei fern von hier,
dann ruf Mich, und du wirst erfassen,
dass Ich dich keinen Schritt verlassen:
und, Seele, suche Mich in dir.

Teresa von Avila

Gebet

Da bin ich
Auf dich warten, mein Gott,
auch wenn es lange Zeit braucht,
bis die Unruhe sich legt in mir.
Auf dich warten, mein Gott,
auch wenn meine Sinne
dich lange nicht wahrnehmen.
Auf dich warten und annehmen,
dass ich dein Nahesein
nicht erzwingen kann.
Mein Gott, ich ahne,
dass du kommen wirst,
wenn meine Wünsche nicht mehr
wie eine Mauer zwischen dir und mir stehen.

Und während ich auf dich warte,
mein Gott,
werde ich gewahr,
dass ich erwartet bin von dir,
dass du mich unablässig lockst,
bis ich es wage
mich dir zu lassen.
Da bin ich, mein Gott.
Da bin ich.

Sabine Naegli

Christi Himmelfahrt

 

Und siehe, ich bin mit euch alle Tage bis zum Ende der Welt. (Mt 28, 20b)

Mt 28, 16–20
In jener Zeit gingen die elf Jünger nach Galiläa auf den Berg, den Jesus ihnen genannt hatte.
Und als sie Jesus sahen, fielen sie vor ihm nieder, einige aber hatten Zweifel.
Da trat Jesus auf sie zu und sagte zu ihnen: Mir ist alle Vollmacht gegeben im Himmel und auf der Erde.
Darum geht und macht alle Völker zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe.
Und siehe, ich bin mit euch alle Tage bis zum Ende der Welt.

Gebet

Herr Jesus Christus, wir leben auf der Erde und sehnen uns nach einem Himmel.
Manchmal ist die Erde so dunkel und schwer, manchmal sehen wir dein himmlisches Licht und spüren deine Nähe.
Dein Wort ist ein Hoffnungsschimmer.
Dafür danken wir dir, denn auch nach deiner Himmelfahrt bleibst du uns nahe.
Lass uns einander nahe bleiben und stütze sein durch unsere geteilte Hoffnung auf dem Weg zur Vollendung,
du, der du mit dem Vater und dem Heiligen Geist lebst und uns liebst in Zeit und in Ewigkeit. Amen.

Impuls

Mit dieser Zusage endet das öffentliche und direkte Wirken und Kommunizieren Jesu, wie es im Matthäusevangelium beschrieben ist. – Ein Happyend? Ich kann mir gut die gemischten Gefühle der engsten Vertrauten Jesu vorstellen, im Wechselbad von Finden, Verlieren, Wiederfinden und … – auf ewig verloren oder doch für immer gewonnen? Für den Autor des Evangeliums ist die Sache klar: Jesus geht, um zu bleiben! Er verlässt den überschaubaren Kreis der Freunde, um zurück an seinen Ursprung zu kehren, das aber nicht Rückstandslos. Unsere so zerbrechliche und angefochtene Menschennatur nimmt er mit in die Realität Gottes und eröffnet den Menschen aller Zeiten so die Anteilnahme am ewig Göttlichen im Hier und Jetzt. Das heißt: Leben kann gelingen und wird nicht durch irdische Trennlinien und Trennungserfahrungen, ja nicht einmal durch COVID 19 oder den leiblichen Tod begrenzt! Er selbst hat es uns allen vorgelebt, nicht nur einigen wenigen Zeitzeugen. Geht, tauft und lehrt heißt es im heutigen Evangelium oder wie es in einem Lied des Gotteslobes formuliert ist: … auf Euch, folgt meinem Wandel nach! (GL 461, 1) Sicher nicht zufällig klang Jesu Zusage schon zehn Kapitel vorher an, wo es heißt:  Wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen (Mt 18, 20). In seinem Namen Gemeinschaft bilden, Gemeinschaft sein und Gemeinschaft leben, wie auch immer das unter den jeweiligen Umständen möglich ist, kann uns alle dem Himmel näher bringen. Auch das haben uns die letzten Tage und Wochen mit vielen Beispielen gezeigt. Weiter so!

7. Ostersonntag

 

Das aber ist das ewige Leben: dass sie dich, den einzigen wahren Gott, erkennen
und den du gesandt hast, Jesus Christus.

Joh 17,1-11a

Wie stelle ich mir Gott vor?
Welche Bedeutung hat Jesus Christus für mein Leben?
Was be-Geist-ert mich? 

Gebet

Allmächtiger Gott, wir bekennen, dass unser Erlöser bei dir in deiner Herrlichkeit ist. Erhöre unser Rufen und lass uns erfahren, dass er alle Tage bis zum Ende der Welt bei uns bleibt, wie er uns verheißen hat. Er, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. 

Tagesgebet vom 7. Ostersonntag aus dem Messbuch

 

Impuls

Glaubens-Familie

Einer ist Vater und Mutter
für dich und für mich,
für alle.
Den nennen wir Gott, den Schöpfer.

Einer ist Bruder und Freund
für dich und für mich,
für alle.
Den nennen wir Jesus, den Sohn.

Einer ist Feuer und Flamme
für dich und für mich,
für alle.
Den nennen wir den Heiligen Geist,
der alles lebendig macht.

Und Gott sagt:
Du bist mein Kind.
Und Jesus sagt:
Du bist mein Freund.
Und der Heilige Geist sagt:
Du bist mein Schatz.

Daran glaube ich.
Und du und ich,
wir alle,
sind Gottes Haus.
Er wohnt in uns.
Und ich wohne
am Ende meines Lebens bei ihm.
Das glauben wir.

Aus: Familie – Lernort des Glaubens. Arbeitshilfe zum Familiensonntag 2019,
hrsg. vom Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz.

Pfingsten

 

Wärme du, was kalt und hart,
löse, was in sich erstarrt,
lenke, was den Weg verfehlt.

Aus der Pfingstsequenz – Gotteslob 344, 8

Dieses Lied wird fast in jedem Pfingstgottesdienst gesungen, in heutiger Zeit gebetet.
Wir Menschen sehnen uns nach dem Tröster, den Heiligen Geist, die Kraft Gottes, die unser Leben verändern kann, dann, wenn nichts mehr – aus menschlicher Sicht geht. ER kann wärmen, verändern  – das Verhalten der Menschen, die miteinander in Streit sind, die erstarrt sind vom Alltag, die niedergedrückt sind von Sorgen und Not. Denjenigen, die nicht wissen, welchen Weg sie weitergehen sollen, kann er neue Richtung zeigen.
Wir dürfen den Heiligen Geist anrufen, die Kraft zwischen Gott Vater und Sohn, der Beziehung stiftet zwischen ihnen und auch zu uns. Wir dürfen darauf vertrauten, dass es unser Rufen hört und wärmt und löst und lenkt.

Gebet

Ein ganz altes, aber immer noch aktuelles Gebet (GL 7, 1):

V: Komm, heiliger Geist, erfülle die Herzen deiner Gläubigen
A: und entzünde in ihnen das Feuer deiner Liebe.

V: Sendest du deinen Geist aus, so werden sie alle erschaffen,
A: und du erneuerst das Angesicht der Erde.
V: Lasset uns beten:
Gott, du hast die Herzen der Gläubigen durch die Erleuchtung des Heiligen Geistes gelehrt. Gib, dass wir in diesem Geist erkennen, was recht ist, und allezeit seinen Trost und seine Hilfe erfahren. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
A: Amen.

Gotteslob 342,7

 

Lied

Ein Lied, das schwungvoll die Kraft Gottes, den Heiligen Geist besingt:

KV: Atme in uns, Heiliger Geist, brenne in uns, Heiliger Geist,
wirke in uns, Heiliger Geist, Atem Gottes komm!
1. Komm, du Geist, durchdringe uns, komm, du Geist, kehr bei uns ein. Komm, du Geist, belebe uns, wir ersehnen dich.
2. Komm, du Geist der Heiligkeit, komm, du Geist der Wahrheit, Komm, du Geist der Liebe, wir ersehnen dich.
3. Komm, du Geist mach du uns eins, komm, du Geist, erfülle uns. Komm, du Geist, und schaff uns neu, wir ersehnen dich.

Gotteslob 346

Sonntage der Osterzeit A