Stundengebet

Das Stundengebet (lateinisch liturgia horarum), auch Offizium oder Officium divinum („göttlicher Dienst“) ist die Antwort der Kirche auf das Apostelwort „Betet ohne Unterlass!“ (1 Thess 5,17) und das Psalmwort „Siebenmal am Tag singe ich dein Lob und nachts stehe ich auf, um dich zu preisen“ (vgl. Ps 119,62).

Das Stundengebet begleitet den Tagesablauf in der Kirche und ist dort für Kleriker und Ordensmitglieder verpflichtend. Auf dem Tridentinischen Konzil wurde das Stundengebet für die ganze Kirche einheitlich geregelt. Es wurde aller drei Stunden gebetet:

  • Vigil oder Matutin (Morgengebet, in einigen Orden noch heute um Mitternacht gebetet)
  • Prim (das erste Gebet des Tages zur ersten Stunde, wurde oft unmittelbar vor den Laudes gebetet)
  • Laudes (Morgenlob bei Tagesanbruch, meist um 6 Uhr)
  • Terz (zur dritten Stunde nach den Laudes, also um 9 Uhr gebetet)
  • Sext (zur sechsten Stunde, um 12 Uhr gebetet)
  • Non (zur neunten Stunde, um 15 Uhr gebetet)
  • Vesper (Abendgebet um 18 Uhr)
  • Komplet (Nachtgebet um 21 Uhr).

Diese Ordnung wurde inzwischen etwas gelockert. Zudem wurde die früher gebräuchliche Prim mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil abgeschafft.

Die lateinischen Texte der Stundengebete für die jeweiligen Tage sind im sogenannten Brevier (= kurzes Verzeichnis) zusammengefasst. Zu den einzelnen Elementen der Gebete gehören Eröffnung, Hymnus, Psalmen, Lesungen, Glaubensbekenntnis, Fürbitten, Vaterunser und Hochgesänge.

Quelle. www.kathweb.de

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