Weihnachten

von St. Jodokus – für zuhause

Weihnachten, das Fest der Geburt unseres Herrn Jesus Christus, können viele Menschen in diesem Jahr nicht in einer Kirche mitfeiern. Hier finden Sie Anregungen aus der Jodokuskirche in Bielefeld für die Feier zuhause.

Die frohe Botschaft

Es geschah aber in jenen Tagen, dass Kaiser Augustus den Befehl erließ, den ganzen Erdkreis in Steuerlisten einzutragen. Diese Aufzeichnung war die erste; damals war Quirinius Statthalter von Syrien. Da ging jeder in seine Stadt, um sich eintragen zu lassen.

So zog auch Josef von der Stadt Nazaret in Galiläa hinauf nach Judäa in die Stadt Davids, die Betlehem heißt; denn er war aus dem Haus und Geschlecht Davids. Er wollte sich eintragen lassen mit Maria, seiner Verlobten, die ein Kind erwartete.

Es geschah, als sie dort waren, da erfüllten sich die Tage, dass sie gebären sollte, und sie gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen. Sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil in der Herberge kein Platz für sie war.

In dieser Gegend lagerten Hirten auf freiem Feld und hielten Nachtwache bei ihrer Herde. Da trat ein Engel des Herrn zu ihnen und die Herrlichkeit des Herrn umstrahlte sie und sie fürchteten sich sehr. Der Engel sagte zu ihnen: Fürchtet euch nicht, denn siehe, ich verkünde euch eine große Freude, die dem ganzen Volk zuteilwerden soll: Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; er ist der Christus, der Herr. Und das soll euch als Zeichen dienen: Ihr werdet ein Kind finden, das, in Windeln gewickelt, in einer Krippe liegt.

Und plötzlich war bei dem Engel ein großes himmlisches Heer, das Gott lobte und sprach: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden den Menschen seines Wohlgefallens.

Lukas 2,1-14

Jauchzet frohlocket

von Johann-Sebastian Bach aus dem Weihnachtsoratorium BWV 248 | Kammerchor und Orchester St. Jodokus; Leitung: Georg Gusia (2014)

Ich steh an deiner Krippe hier

von Paul Gerhardt / Johann Sebastian Bach | Orgel: Georg Gusia (2014)

Ich steh an deiner Krippen hier

Ich steh an deiner Krippen hier,
o Jesu, du mein Leben;
ich komme, bring und schenke dir,
was du mir hast gegeben.
Nimm hin, es ist mein Geist und Sinn,
Herz, Seel und Mut, nimm alles hin
und lass dir’s wohlgefallen.

Da ich noch nicht geboren war,
da bist du mir geboren
und hast mich dir zu eigen gar,
eh ich dich kannt, erkoren.
Eh ich durch deine Hand gemacht,
da hast du schon bei dir bedacht,
wie du mein wolltest werden.

Ich lag in tiefster Todesnacht,
du warest meine Sonne,
die Sonne, die mir zugebracht
Licht, Leben, Freud und Wonne.
O Sonne, die das werte Licht
des Glaubens in mir zugericht’,
wie schön sind deine Strahlen!

Ich sehe dich mit Freuden an
und kann mich nicht satt sehen;
und weil ich nun nichts weiter kann,
bleib ich anbetend stehen.
O dass mein Sinn ein Abgrund wär
und meine Seel ein weites Meer,
dass ich dich möchte fassen!

Er ist da!

Und darum ist alles anders, als wir meinen.
Die Zeit ist aus dem ewigen Weiterfließen verwandelt in ein Geschehen, das mit lautloser, eindeutiger Zielstrebigkeit auf ein ganz bestimmtes Ende hinführt, darin wir und die Welt vor dem entschleierten Antlitz Gottes stehen werden.

Wenn wir sagen: Es ist Weihnacht, dann sagen wir:
Gott hat sein letztes, sein tiefstes, sein schönstes Wort im fleischgewordenen Wort in die Welt hinein gesagt, ein Wort, das nicht mehr rückgängig gemacht werden kann, weil es Gottes endgültige Tat, weil es Gott selbst in der Welt ist.

Und dieses Wort heißt: Ich liebe dich, du Welt und du Mensch!

Karl Rahner

Großer Gott klein

Großer Gott
uns näher
als Haut
oder Halsschlagader
kleiner
als Herzmuskel
Zwerchfell oft:
zu nahe
zu klein –

wozu dich suchen?
Wir,
deine Verstecke.

Kurt Marti

Menschen die ihr wart verloren

von Christoph Bernhard Verspoell | Orgel: Georg Gusia (2014)

Der Segen der Weihnacht

Zum Bild von Weihnachten gehört: das Schenken. Unsere Krippenspiele malen es breit aus, wie die Hirten überlegen, was sie mitbringen können; sie schöpfen dabei aus dem Alltag der Menschen unserer Heimat.

Ein liturgischer Hymnus der Ostkirche widmet sich demselben Thema, aber er gibt ihm eine größere Tiefe. Er sagt: “Was wollen wir dir bringen, Christus, da du für uns als Mensch auf die Erde geboren wirst? Jedes der Geschöpfe, die dein Werk sind, bringt dir in der Tat sein Zeugnis der Dankbarkeit: die Engel ihre Liebe; der Himmel den Stern, die Weisen ihre Gabe, die Hirten ihr Staunen; die Erde ihre Höhle, die Wüste die Krippe. Wir Menschen aber bringen dir eine Jungfrau und Mutter.“

Maria ist das Geschenk der Menschen an Christus – das besagt aber zugleich: Vom Menschen will der Herr nicht etwas, sondern ihn selbst. Gott will von uns nicht Prozente, sondern unser Herz, unser Sein. Er will unseren Glauben und aus dem Glauben das Leben, sodann aus dem Leben jene Gaben, von denen im letzten Gericht die Rede sein wird: Nahrung und Kleidung für die Armen, das Mitleiden und Mitlieben, das tröstende Wort und das tröstende Dabei sein für die Verfolgten, die Eingekerkerten, die Verlassenen und die Verlorenen.

Was sollen wir dir bringen, o Christus?

Wir bringen ihm sicher zu wenig, wenn wir nur untereinander teure Geschenke austauschen, die gar nicht mehr Ausdruck unseres Selbst … sind.

Versuchen wir, ihm den Glauben zu bringen, uns selbst, und wenn es nun wäre in der Form: Ich glaube, Herr, hilf meinem Unglauben! Und vergessen wir an diesem Tag nicht die vielen, in denen er auf Erden leidet.

Josef Ratzinger, Benedikt XVI, Der Segen der Weihnacht

Nun freut euch, ihr Christen

von John Francis Wade (adeste fideles) | Orgel: Georg Gusia (2014)

In dulci jubilo

von Peter von Dresden | Orgel: Georg Gusia (2014)

Weihnachten

Was Weihnachten ist, haben wir fast vergessen.
Weihnachten ist mehr als ein festliches Essen.
Weihnachten ist mehr als lärmen und kaufen,
durch neonbeleuchtete Straßen laufen.

Weihnachten ist: Frieden, vergessene Stille,
ein zum Guten sich öffnender Wille.
Ist Atemholen im Alltagshasten,
in dunklen Tagen ein kurzes Rasten.

Weihnachten ist: Zeit für Kinder haben,
und auch für Fremde mal kleine Gaben.
Weihnachten ist mehr als Geschenke schenken.

Weihnachten ist: mit dem Herzen denken.
Und alte Lieder beim Kerzenschein
– So sollte Weihnachten sein.

Rotraud Schöne

O du fröhliche

O du fröhliche, o du selige gnadenbringende Weihnachtszeit! / Welt ging verloren, Christ ist geboren. / Freue, freue dich, o Christenheit!

O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit! / Christ ist erschienen, uns zu versühnen. / Freue, freue dich, o Christenheit!

O du fröhliche, o du selige, gnadenbringende Weihnachtszeit! / Himmlische Heere jauchzen dir Ehre. / Freue, freue dich, o Christenheit!

O du fröhliche

von Heinrich Holzschuher | Orgel und Satz: Georg Gusia; Orchester St. Jodokus (2014)

Gottesdienste Weihnachten